5 Podcast, die ich regelmäßig höre

Gestern (19. März) startete mit „Secta – Der Podcast über Sekten und religiöse Sondergemeinschaften“ ein neues Projekt im ruach.jetzt Netzwerk. Erdacht, geplant und moderiert von Fabian, der dem ein oder anderem von seinem Heimatblog Theopop.de bekannt sein dürfte. Zum Start seines neuen Projektes hat Fabian nach unseren den Top 5 Podcast gefragt. Da ich eigentlich gewöhnt bin ungefragt eine Antwort zu geben, freue ich mich jetzt umso mehr meine fünf Lieblingspodcast vorzustellen:

5. Platz: Radio Nukular

Mein 5. Platz geht an Radio Nukular. Im Vergangenheitsbewältigungspodcast reden Dominik Hammes, Max Nicolas Nachtsheim aka Rockstah und Christian Gürnth (mir selbst noch bekannt aus meinen PC ACTION Zeiten) darüber wie es war in den späten Achtzigern und frühen Neunziger geboren zu sein. Höchst unterhaltsam, aber auch gerne mal mehrere Stunden lang, geht es um die N64 (Teil 1, Teil 2), wie es so war in der Schule, den filmischen Meisterwerken von Adam Sandler (über 6 Stunden lang); aber auch über ernste Themen wie Mobbing oder über die sich ergebenen Probleme, wenn Nerds mit Mädchen eine Beziehung aufbauen wollen.

Zwar habe ich nur die 90er voll miterlebt, aber dennoch bringt es immer wieder Spaß und Freude von diesem Podcast an die Kindheit erinnert zu werden. Wunderbar unterhaltsam.

4. Platz: Almost Daily

Eigentlich war Almost Daily als fast tägliche YouTube Show für den Kanal der Rocketbeans (damals noch einzig für die Produktion von GAME ONE bekannt) geplant. Aus täglich wurde zwischenzeitlich jährlich (weil mehrere Monate Pause) und nun, dank eigenem Sender, wöchentlich und live Samstags um 20 Uhr.

Geredet wird über alles mögliche. Wenig strukturiert eher spontaner Smalltalk von Leuten denen (ich zumindest) gerne zuhöre. Legendär ist die Folge über Partyerlebnisse. Immer wieder nett reinzuhören, vor allem für Fans von den alten Giga-bohnen und ab und ab gibt es paar Hintergrundinformationen.

3. Platz: Mit vergnügen: Beste Freundinnen & Sexvergnügen

Beste Freundinnen und Sexvergnügen sind beide Podcasts des Partyveranstalters und Lifestyle-Ding „Mit vergnügen“. Das Konzept der beiden Podcast ist einfach. Zwei Freunde (Beste Freundinnen) beziehungsweise zwei Freundinnen (Sexvergnügen) unterhalten sich mehr (Beste Freundinnen) oder weniger (Sexvergnügen) reflektiert über Beziehung, Liebe und Sex(ualität). Immer mal wieder eine netter Gedankengang dabei.

Vor allem die Umkehrung der Genderstereotypen (hier unterhalten sich die Frauen über Sex und die Männer über Liebe) und der Wechsel der beiden Podcast (alle 14 Tage, aber um eine Woche verschoben also gibt es jede Woche was auf die Ohren), sorgen für gute Unterhaltung.

2. Platz: Hossa Talk

Von Liebe & Sex jetzt zum einzigen christlichen Podcast in dieser Rangliste: Hossa Talk ein Podcast von zwei Evangelikalen, die mit ihrem Glauben ringen, ihn nicht verloren haben und jetzt die Weltherrschaft anstreben. Oder wie sie es selber sagen: „Jay und Gofi erklären die Welt.“ Aufmerksam auf den Podcast von Jakob Friedrich und Gofi Müller bin ich durch ein Posting von Theopop geworden. (So schließt sich der Kreis)

Gerade für mich als katholischen Theologen ist diese andere Perspektive, eben der liberal-evangelikale Blick, sehr aufschlussreich für die eigenen Erkenntnisprozesse. So nehme ich gerne die Definition von Progressiv und Konservativ aus dem Podcast in meine Argumentation: Progressive suchen in der Gegenwart Antworten auf die Zukunft und Konservative in der Vergangenheit. Und beides hat eben auch sein gutes.

Nicht nur als reiner Unterhaltungspodcast, sondern auch zum Nachdenken über theologische Themen, wirklich sehr bereichernd.

1. Platz: Fest & Flauschig

Nicht wirklich ein Geheimtipp (so wie wohl der Rest dieser Liste wohl auch nicht), aber dafür mein absoluter Suchtpodcast. Das Konzept des Podcast: Es ist ein ganz normaler Tag in Deutschland, zwei Männer unterhalten sich. Seit dem 15. Mai 2016 führen Jan Böhmermann und Olli Schulz auf Spotify ihre 2012 gestartete Radiosendung „Sanft & Sorgfältig“ fort. Mich persönlich spricht die Mischung von derberen Humor und tiefgründiger Gesellschaftskritik, gepaart mit sehr emotional vorgetragenen Musikempfehlungen, und teilweisen Dadaistischen Elementen, sehr an. Oft erwische ich mich dabei dumm und dämlich in die Gegend zu grinsen, wenn ich gerade den Podcast höre.

… und noch einen Bonustipp

Nach diesen 5 Podcastempfehlungen habe ich noch einen Sondertipp. Ich musste damals echt lange nach einem guten Podcastplayer für Android suchen, der mich nicht mit Werbung überschüttet oder für jedes Feature Geld sehen will. Nun hab ich einen gefunden und gebe ihn gerne weiter: AntennaPod heißt das gute Teil. Ist OpenSource und extrem mächtig in den Einstellungen. Absolute Empfehlung.

Call for Papers: Digitale Bibelarbeit?

Gestern habe ich ausgeführt welche Probleme es bei der Nutzung von aktuellen Bibelübersetzungen im digitalen Bereich gibt. Heute möchte ich etwas konstruktiver werden und ein paar Gedanken aufschreiben was die Ziele von digitaler Bibelarbeit sein könnten. Ich freue mich über Ideen, Anmerkungen und Kritik. Vielleicht lässt sich da ja was erarbeiten?

Meiner Meinung nach geht es bei der Bibelarbeit vor allem um den Aufbau einer Beziehung zwischen Text und Leser/in, sodass der/die Leser/in die Aussagen des Textes in Bezug zu sich selbst setzen kann und gleichzeitig die Möglichkeit bekommt mit eigenen Fragen an den Text heran zu gehen. Die Arbeit mit dem Text muss folglich eine Dialogstruktur aufweisen.

Jedoch hat ein Text den Nachteil, dass er auf Rückfragen nicht antworten kann. Es stellt sich folglich auch die Frage wer für den Text antworten soll. Im analogen Bereich geschieht dies oft durch weitere Gesprächspartner, die ihre Interpretation des Textes vortragen. Digitaler Content wird jedoch tendenziell alleine konsumiert.

Eine weitere Schwierigkeit, allgemein bei der Arbeit mit den biblischen Texten, ist die Frage nach dem Umgang mit der Zeitspanne zwischen Autor/in und Leser/in. In der Theologie ist dieses Problem unterHermeneutischer Zirkel zusammengefasst. Wie ermögliche ich es dem Rezipienten/der Rezipientin einen Einblick in die Gedanken des Autor/der Autorin zu ermöglichen? Oder ignoriere ich die mens autoris und konzentriere mich auf die Reaktion bei dem/der Leser/in?

Beispiel: Dei-Verbum.de

Gerne möchte ich an dieser Stelle auch ein (meiner Meinung nach) interessantes und gelungenes Projekt im Hinblick auf digitale Bibelarbeit aufzeigen: Das Blogprojekt der Citykirche Wuppertal Dei Verbum

Die Autoren Werner Kleine und Till Magnus Steiner bearbeiten aktuelle gesellschaftliche Debatten anhand von Bibeltexten. Dadurch schaffen Sie es den Text für die aktuelle Situation relevant zu denken. Ein ausgiebiges Glossar ermöglicht auch Lesern ohne theologischen Wortschatz die Artikel nachzuvollziehen. Dieses Projekt zeigt beispielhaft wie die biblischen Texte auch in der heutigen Zeit relevant sein können und bietet damit ein praktisches Beispiel für das Problem der großen Zeitspanne zwischen Verfasser/in und Leser/in.

Beispiel: Offene-Bibel.de

Gerade auch weil ich sie in meinem letzten Eintrag nicht erwähnt habe: Das Projekt “Offene Bibel” ist ein kleiner Lichtblick am digitalen Horizont. Ziel dieses Projektes ist eine vollständige Bibelübersetzung als Studienfassung (Textkritische Übersetzung), Lesefassung (lesbares Deutsch) und einer in Leichter Sprache.

“by” für die Namensnennung des Autors steht (in diesem Fall wohl das Projekt Offene Bibel” und das “sa” für “same attribute”, also Weitergabe zu den selben Bedingungen. (Sprich: egal was sich dran ändert, das Endprodukt muss stehts unter eine freie Lizenz fallen).

Der aktuelle Stand des Projekts ist durchwachsen, aber an einigen Stellen schon recht lesenswert. (Vor allem das Markus Evangelium ist in der Studienfassung fast vollkommen fertig übersetzt.) Die textkritische Ausgabe ist weit fortgeschritten und bietet eine gute exegetische Basis.

Call for Papers

Allgemein muss ich festhalten, dass ich im Hinblick auf Möglichkeiten für ein digitales Bibelprojekt ziemlich ratlos bin. Deswegen hier der Aufruf: Gibt es Ideen(fragmente), Anregungen, Kritik, Überlegungen. Ich bin gespannt!

Digitale Bibelarbeit? Leider nein.

Ich erzähle wohl nichts Neues, wenn ich sage, dass die Bibel zum Handwerkzeug eines jeden Theologen/einer jeden Theologin gehören sollte und eben auch der Umgang mit jenem. Doch ein Bibelteilen oder eine kreative Bibelarbeit ist digital nicht möglich.

Wenn ich einen interessanten Artikel, ein interessantes Video oder lustiges Katzengif gefunden habe, teile ich das auf meine Facebook Seite. Meist in Verbindung mit einer Positionierung zu diesem Artikel (zuletzt den Artikel von Fabian über den Marsch für den Leben … das war ein Spaß). Ich mache damit meine Position transparent und hoffe, dass die jeweiligen Sachen auch meinen Freunden etwas bringen.

Etwas was ich nicht teilen kann, obwohl ich es ab und an gerne mal machen würde, sind Bibeltexte. Grund dafür ist der urheberrechtliche Schutz der Bibelübersetzungen, welcher eine digitale Nutzung nur mit Genehmigung (höre ich da jemanden Geld sagen?) ermöglicht. Zack. Das war es mit digitalem Bibel-teilen. Der letzte Versuch dies zu ändern war mit der Neueinführung der Einheitsübersetzung. Erfolglos.

Aber ist doch alles nicht so wild, oder? Denn Herr Rösel von der (evangelischen) Deutschen Bibelgesellschaft, stellt ja fest:

“Doch alle elektronischen Ausgaben würden nur als zusätzliches Angebot genutzt. “Alle uns zugänglichem Umfragen ergaben, dass niemand, der die Bibel liest, sie nur digital liest.” (Quelle)

Das ihm kein Licht auf geht, wenn er etwas später folgendes sagt:

“Im Moment ist es wahrscheinlicher, dass sich jemand die vierte oder fünfte Bibel kauft, als dass man einen Erstleser gewinnt.” (Quelle)

Ich halte fest: Der elektronische Markt wird nur als Zweitverwertung gesehen (und entsprechend besteht kein Bedarf das Ausnahmegenehmigungen für die elektronische Nutzung zu definieren). Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass man einen gesättigten Markt bedient.

Liebes Bibelwerk, Liebe Bibelgesellschaft: Wisst ihr welcher Markt noch nicht gesättigt ist? Der digitale. Die Apps. Und ich hätte da auch eine Geschäftsidee, wie ihr die Übersetzungskosten reinbekommt:

Baut eine Web-Api. Macht die ersten 1000 Zugriffe pro Monat gratis und verlangt für jeden weiteren 5ct. Diese Idee war für euch gratis. Ich würde mich freuen, wenn ich hochwertige Übersetzungen auf meinem Smartphone hätte und mich die Bibel auch mal digital durch den Tag begleitet.