In 5 Schritten zum Projektlaunch

Am Samstag startet ein neues Projekt von Ruach.jetzt mit dem Namen 1711. Von der anfänglichen Projektidee im Mai 2016 bis zum Start im Oktober 2016 gab es einiges an Kleinigkeiten zu erledigen. In diesem Artikel fasse ich zusammen welche Schritte es braucht bis zum ersten Artikel.

1. Schritt: Die Idee und erste Mitstreiter/innen

Ein Projekt steht und fällt mit seiner grundlegenden Idee. Die Idee hinter 1711: ein interkonfessionelles Blogprojekt in dem nicht über die andere Konfession gesprochen wird, sondern von der eigenen berichtet.
Auslöser war ein interkonfessionelles Seminar der Theologischen Fakultät Trier, der Universität Greifswald und der Universität Kiel zum Thema: “Brennpunkte des Christentums — Von der Messe bis zum Politischen Nachtgebet. Gottesdienste in frömmigkeits- und liturgiegeschichtlicher Perspektive von der Spätantike bis zur Gegenwart”. Während den Referaten und anschließenden Wortbeiträgen wurde ziemlich schnell klar: Eigentlich wissen wir ziemlich wenig über die Grundlagen der anderen Konfession und wenn wir was wissen, dann vor allem die Kritik daran.
Beim Viez (die nordischen Kommilitonen und Kommilitoninnen haben heute noch schlaflose Nächte, wenn sie an diese Trierer Spezialität denken) wurde der Entschluss gefasst diesen kommunikativen Missstand zu bearbeiten.

2. Schritt: Projektbeschreibung

Theoretisch haben sich Genügend gefunden, die Lust auf das Projekt haben? Dann geht es im zweiten Schritt darum das Projekt von der mündlichen Idee in eine geschriebene Beschreibung zu überführen. Eine Projektbeschreibung sollte folgendes enthalten:

  • Der Name + das Logo (als Entwurf)
  • Die Idee und damit auch die Zielsetzung des Projektes
  • Zielgruppenspezifische Festlegungen (Ästhetik, Sprachstil, Textlänge)
  • Arbeitsaufwand pro Person
  • Roadmap
  • Auf Anfrage kann ich gerne zu den einzelnen Punkten noch etwas ausführlicher beschreiben.

Nur noch ein paar Anmerkungen zum Namen: Ich bevorzuge Namen, die im alltäglichen Sprachgebrauch erst einmal keine Aussage haben (DreifachGlauben, Leichtdiode, Ruach, 1711). Dies sorgt dafür, dass der Name von dem Projekt mit Inhalt gefüllt werden kann und zweitens das die Social Media Accounts frei sind.

3. Schritt: Feste Zusagen

Die fertige Projektbeschreibung geht an alle, die bereits ihr Interesse bekundet haben mit der Aufforderung zum Opt-In. Aus den Rückmeldungen ergibt sich ein realistisches Bild wer tatsächlich am Projekt mitarbeiten wird. Bleibt die Rückmeldung aus, reicht oft ein freundliches Ansprechen.

4. Schritt: Domains und Accounts registrieren und einrichten

Sobald man sicher ist, dass das Projekt starten wird (dann auch gerne vor dem 3. Schritt), sollte sich die gewünschte Domain und die Accountnamen in den jeweiligen Social Media Netzwerken gesichert werden. Ich persönlich halte Facebook, Twitter und Instagram für die wichtigsten.
Ist alles gesichert geht es ans einrichten. Die Profile werden entsprechend der Festlegung in der Projektbeschreibung gestaltet, die Homepage aufgesetzt und die entsprechenden Accounts für die Autoren angelegt.

5. Schritt: Die ersten Artikel

Parallel dazu geht der Arbeitsauftrag an die Autoren die ersten Artikel zu schreiben. Ich empfehle, dass die ersten 2 Monate gesichert sein sollten, bevor ein Projekt startet. Zu Not den Projektstart um einen Monat verschieben. (Eigentlich sollte 1711 am 1. September an den Start gehen)
Der erste Artikel wird geplant. Jetzt es Werbung machen. Dazu mehr im morgigen Artikel.

Call for Papers: Digitale Bibelarbeit?

Gestern habe ich ausgeführt welche Probleme es bei der Nutzung von aktuellen Bibelübersetzungen im digitalen Bereich gibt. Heute möchte ich etwas konstruktiver werden und ein paar Gedanken aufschreiben was die Ziele von digitaler Bibelarbeit sein könnten. Ich freue mich über Ideen, Anmerkungen und Kritik. Vielleicht lässt sich da ja was erarbeiten?

Meiner Meinung nach geht es bei der Bibelarbeit vor allem um den Aufbau einer Beziehung zwischen Text und Leser/in, sodass der/die Leser/in die Aussagen des Textes in Bezug zu sich selbst setzen kann und gleichzeitig die Möglichkeit bekommt mit eigenen Fragen an den Text heran zu gehen. Die Arbeit mit dem Text muss folglich eine Dialogstruktur aufweisen.

Jedoch hat ein Text den Nachteil, dass er auf Rückfragen nicht antworten kann. Es stellt sich folglich auch die Frage wer für den Text antworten soll. Im analogen Bereich geschieht dies oft durch weitere Gesprächspartner, die ihre Interpretation des Textes vortragen. Digitaler Content wird jedoch tendenziell alleine konsumiert.

Eine weitere Schwierigkeit, allgemein bei der Arbeit mit den biblischen Texten, ist die Frage nach dem Umgang mit der Zeitspanne zwischen Autor/in und Leser/in. In der Theologie ist dieses Problem unterHermeneutischer Zirkel zusammengefasst. Wie ermögliche ich es dem Rezipienten/der Rezipientin einen Einblick in die Gedanken des Autor/der Autorin zu ermöglichen? Oder ignoriere ich die mens autoris und konzentriere mich auf die Reaktion bei dem/der Leser/in?

Beispiel: Dei-Verbum.de

Gerne möchte ich an dieser Stelle auch ein (meiner Meinung nach) interessantes und gelungenes Projekt im Hinblick auf digitale Bibelarbeit aufzeigen: Das Blogprojekt der Citykirche Wuppertal Dei Verbum

Die Autoren Werner Kleine und Till Magnus Steiner bearbeiten aktuelle gesellschaftliche Debatten anhand von Bibeltexten. Dadurch schaffen Sie es den Text für die aktuelle Situation relevant zu denken. Ein ausgiebiges Glossar ermöglicht auch Lesern ohne theologischen Wortschatz die Artikel nachzuvollziehen. Dieses Projekt zeigt beispielhaft wie die biblischen Texte auch in der heutigen Zeit relevant sein können und bietet damit ein praktisches Beispiel für das Problem der großen Zeitspanne zwischen Verfasser/in und Leser/in.

Beispiel: Offene-Bibel.de

Gerade auch weil ich sie in meinem letzten Eintrag nicht erwähnt habe: Das Projekt “Offene Bibel” ist ein kleiner Lichtblick am digitalen Horizont. Ziel dieses Projektes ist eine vollständige Bibelübersetzung als Studienfassung (Textkritische Übersetzung), Lesefassung (lesbares Deutsch) und einer in Leichter Sprache.

“by” für die Namensnennung des Autors steht (in diesem Fall wohl das Projekt Offene Bibel” und das “sa” für “same attribute”, also Weitergabe zu den selben Bedingungen. (Sprich: egal was sich dran ändert, das Endprodukt muss stehts unter eine freie Lizenz fallen).

Der aktuelle Stand des Projekts ist durchwachsen, aber an einigen Stellen schon recht lesenswert. (Vor allem das Markus Evangelium ist in der Studienfassung fast vollkommen fertig übersetzt.) Die textkritische Ausgabe ist weit fortgeschritten und bietet eine gute exegetische Basis.

Call for Papers

Allgemein muss ich festhalten, dass ich im Hinblick auf Möglichkeiten für ein digitales Bibelprojekt ziemlich ratlos bin. Deswegen hier der Aufruf: Gibt es Ideen(fragmente), Anregungen, Kritik, Überlegungen. Ich bin gespannt!

Digitale Bibelarbeit? Leider nein.

Ich erzähle wohl nichts Neues, wenn ich sage, dass die Bibel zum Handwerkzeug eines jeden Theologen/einer jeden Theologin gehören sollte und eben auch der Umgang mit jenem. Doch ein Bibelteilen oder eine kreative Bibelarbeit ist digital nicht möglich.

Wenn ich einen interessanten Artikel, ein interessantes Video oder lustiges Katzengif gefunden habe, teile ich das auf meine Facebook Seite. Meist in Verbindung mit einer Positionierung zu diesem Artikel (zuletzt den Artikel von Fabian über den Marsch für den Leben … das war ein Spaß). Ich mache damit meine Position transparent und hoffe, dass die jeweiligen Sachen auch meinen Freunden etwas bringen.

Etwas was ich nicht teilen kann, obwohl ich es ab und an gerne mal machen würde, sind Bibeltexte. Grund dafür ist der urheberrechtliche Schutz der Bibelübersetzungen, welcher eine digitale Nutzung nur mit Genehmigung (höre ich da jemanden Geld sagen?) ermöglicht. Zack. Das war es mit digitalem Bibel-teilen. Der letzte Versuch dies zu ändern war mit der Neueinführung der Einheitsübersetzung. Erfolglos.

Aber ist doch alles nicht so wild, oder? Denn Herr Rösel von der (evangelischen) Deutschen Bibelgesellschaft, stellt ja fest:

“Doch alle elektronischen Ausgaben würden nur als zusätzliches Angebot genutzt. “Alle uns zugänglichem Umfragen ergaben, dass niemand, der die Bibel liest, sie nur digital liest.” (Quelle)

Das ihm kein Licht auf geht, wenn er etwas später folgendes sagt:

“Im Moment ist es wahrscheinlicher, dass sich jemand die vierte oder fünfte Bibel kauft, als dass man einen Erstleser gewinnt.” (Quelle)

Ich halte fest: Der elektronische Markt wird nur als Zweitverwertung gesehen (und entsprechend besteht kein Bedarf das Ausnahmegenehmigungen für die elektronische Nutzung zu definieren). Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass man einen gesättigten Markt bedient.

Liebes Bibelwerk, Liebe Bibelgesellschaft: Wisst ihr welcher Markt noch nicht gesättigt ist? Der digitale. Die Apps. Und ich hätte da auch eine Geschäftsidee, wie ihr die Übersetzungskosten reinbekommt:

Baut eine Web-Api. Macht die ersten 1000 Zugriffe pro Monat gratis und verlangt für jeden weiteren 5ct. Diese Idee war für euch gratis. Ich würde mich freuen, wenn ich hochwertige Übersetzungen auf meinem Smartphone hätte und mich die Bibel auch mal digital durch den Tag begleitet.